digitale Kommunikation und digitale Sicherheit

In Zeiten von Smartphones und Internet ist eine Kommunikation ohne die Hilfe von digitalen Helfern kaum noch möglich. Auch ein Großteil meiner Kommunikation läuft über E-Mail und das Mobiltelefon ab.

Doch so nützlich diese Wege der Kommunikation auch sind: sie haben einen Haken, denn sie sind potenziell unsicher. E-Mails beispielsweise unverschlüsselt zu senden, ist vergleichbar mit dem Schreiben einer offenen Postkarte: Sie können ohne viel Mühe, das entsprechende Wissen und Equipment vorausgesetzt, von jedem mitgelesen und/oder verändert werden. Bei einer einfachen Terminabsprache mag das von nur einer geringen Relevanz sein. Als Pfarrer habe ich aber auch mit vertraulichen Inhalten zu tun ...

Daher versuche ich seit etlichen Jahren, meine digitale Kommunikation sicherer zu machen. Konkret heißt das:

E-Mails, die von mir stammen, sind digital unterschrieben und werden (transport-)verschlüsselt gesendet (via Proton Mail).
So können Sie sicher sein, dass eine E-Mail auch tatsächlich von mir stammt und nicht nachträglich verfälscht wurde.

Dokumente mit sensiblen und / oder vertraulichen Inhalten versende ich grundsätzlich nicht unverschlüsselt.

E-Mail-Verschlüsselung – wozu das Ganze? 

Stellen Sie sich einmal vor, Ihr Hausarzt würde einen Arztbericht auf eine Postkarte schreiben. Wie würden Sie das finden? Gruselige Vorstellung, oder?

Unverschlüsselte E-Mails sind letztlich auch so etwas wie Postkarten – nur eben digital. Denn ihre Inhalte werden im Klartext über die entsprechenden E-Mail-Server verteilt und können auf ihrem Übertragungsweg grundsätzlich von Dritten eingesehen oder manipuliert werden, sofern keine geeigneten Schutzmechanismen eingesetzt werden.

Davor schützen können Sie sich, indem Sie E-Mails verschlüsseln. So kann dann zum einen die Nachricht nicht mehr nachträglich verändert werden, ohne dass dieses auffällt, und zum anderen kann nur der tatsächliche Empfänger die Nachricht lesen.

Für meine digitale Kommunikation per E-Mail nutze ich den Service von Proton Mail.
Proton Mail gewährleistet eine Transportverschlüsselung und ermöglicht mir, E-Mails digital zu signieren, sodass ihre Echtheit und Unverändertheit überprüft werden können.
Unterliegt der Inhalt der E-Mail einer besonderen Vertraulichkeit, so versende ich meine E-Mails grundsätzlich verschlüsselt.

Erfahren Sie hier mehr zum Thema "E-Mail-Verschlüsselung".
(Sie werden über diesen Link auf die Seite des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik geleitet.) 

Digitale Signaturen – was ist das eigentlich?

Wenn eine E-Mail (oder auch ein elektronisches Dokument) digital unterschrieben ist, dann ist nachvollziehbar, dass die Nachricht oder das Dokument tatsächlich von dem Absender stammt, der sie abgeschickt hat, und es ist sichergestellt, dass sie nicht nachträglich verändert wurde.

Digitale Signaturen sind also so etwas wie elektronische Fingerabdrücke, die mit einem Dokument oder einer E-Mail verknüpft sind und so deren Integrität sicherstellen. Unmittelbar nach dem Absenden einer E-Mail und noch bevor sie dem Empfänger-Server zugestellt wird, wird durch den privaten Schlüssel des Absenders eine Art Prüfsumme erstellt. Durch den öffentlichen Schlüssels des Absenders, der (meist) der E-Mail angehängt ist, lässt sich vom Empfänger überprüfen, ob der Nachrichteninhalt nach dem Absenden verändert wurde. Entsprechende E-Mail-Clienten wie Thunderbird, eM-Client, Evolution, Outlook oder FairMail, zeigen an, ob die Nachricht integer ist oder manipuliert wurde.

Ich signiere seit vielen Jahren alle E-Mails, die persönlich von mir gesendet werden. So können Sie als Empfänger sicher sein, dass eine E-Mail, die meinen Namen im Absender stehen hat, so auch tatsächlich von mir stammt.

Wenn ich eine Nachricht im Postfach finde, dass ich eine "sichere Nachricht erhalten habe"?

Es kommt vor, dass der Inhalt einer E-Mail von mir besonders vertrauliche Informationen enthält. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn es um seelsorgerliche Dinge geht, die einer absoluten Vertraulichkeit unterliegen.
In solchen Fällen verschlüssele ich meine E-Mails generell.
Sofern Sie für Ihre E-Mail-Adresse nicht ebenfalls den Service von ProtonMail nutzen, werden Sie in Ihrem Postfach eine Nachricht vorfinden, die Sie darauf hinweist, dass Sie eine "sichere E-Mail" erhalten haben. Um die Nachricht zu entschlüsseln, müssen Sie dann auf "View secure Message" (deutsch: Sichere Nachricht anschauen) klicken und das vorab vereinbarte Passtwort eingeben.

Lesen Sie hier mehr Informationen dazu:
https://protonmail.com/support/knowledge-base/encrypt-for-outside-users/ 

Warum kein WhatsApp? 


Zugegeben - WhatsApp ist der Platzhirsch unter den Messenger-Diensten. Fast jeder hat ihn auf seinem oder ihrem Handy installiert.
Warum dann nicht auch ich? Das will ich versuchen, Ihnen hier zu erklären.

Meta, zu dem WhatsApp seit 2014 gehört, stellt den Dienst vermeintlich kostenlos zur Verfügung. Bei der Installation dieser App müssen Sie, anders als z. B. bei Threema, erst einmal kein Geld bezahlen. Aber bei der Nutzung des Dienstes werden auch sogenannte Metadaten gesammelt. Diese Metadaten lassen sich hervorragend für personalisierte Werbung nutzen.
Wer also WhatsApp nutzt, bezahlt mit persönlichen Daten und legt seine Privatsphäre offen. Sie bezahlen letztlich mit Ihren persönlichen Daten.

Aus datenschutzrechtlicher Sicht bestehen gegenüber WhatsApp daher seit Jahren erhebliche Bedenken, insbesondere hinsichtlich der Verarbeitung von Kontaktdaten und Metadaten. Deshalb wird der Einsatz im kirchlichen Dienst kritisch gesehen. (siehe dazu hier die Stellungnahme des Datenschutzbeauftragten der EKD: https://datenschutz.ekd.de/wp-content/uploads/2018/10/Erg%C3%A4nzende-Stellungnahm-Messgr-Dienste.pdf)

Deswegen habe ich mich entschieden, WhatsApp nicht mehr für die dienstliche wie auch für meine private Kommunikation zu nutzen.

Rufen Sie mich an oder schreiben Sie mir eine E-Mail, wenn Sie mich kontaktieren möchten.
Hier finden Sie meine Kontaktdaten.